Kunstgeschichtliche Sammlungen

Das kunstgeschichtliche Erbe Tirols

Sammlung, Forschung und Präsentation

 

dauerausstellung

 

Im Gründungsstatut von 1823 sind in "artistischer Hinsicht" folgende Tätigkeitsbereiche vorgesehen: "eine Bildergallerie vaterländischer Mahler, ein Kunstkabinett mit den Produkten tirolischer Künstler, ohne selbst die glücklichen Versuche junger sich selbst überlassender Genie's davon auszuschließen, ein Produkten-Saal, worin alle vaterländischen Manufaktur-Erzeugnisse und Erfindungen oder deren Modelle aufbewahrt werden."

 

madonna_mit_dem_kruseler

 

 

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ernst_nepo_familienbildnis

 

 

lois_weinberger_zelle

Seither wurden Gemälde, Skulpturen und kunstgewerbliche Objekte gesammelt, die das reiche kunstgeschichtliche Erbe Tirols dokumentieren. Das Sammlungsgut wuchs im Laufe von 185 Jahren durch Ankäufe, Schenkungen, Stiftungen und Legate und wird ständig erweitert. Zudem bereichern zahlreiche Leihgaben u. a. von Klöstern, verschiedenen Wirtschaftsinstitutionen, Privatpersonen sowie von Seiten des Landes Tirol die Sammlungsbestände.

 

In den ersten Jahren nach der Museumsgründung sind die Kunstgeschichtlichen Sammlungen durch Geschenke und Erwerbungen von Werken zeitgenössischer Künstler gewachsen.

 

Durch großzügige Legate und Stiftungen wurde die rein "väterländische" Ausrichtung auf die europäische Kunst erweitert: 1839 gelangten 25 gotische Tafelbilder als Geschenk von Leopold Bisdomini aus Brixen an das Ferdinandeum; 1856 vermachte der aus Bozen stammende Kaufmann Joseph Tschager dem Museum 111 Gemälde, vor allem niederländischer Meister wie Rembrandt, Gerard ter Borch und Aelbert Cuyp; 1887 schenkte Ludwig von Wieser 50 Gemälde, u. a. bedeutende Werke der niederländischen und italienischen Kunst, und seltene Objekte des Kunsthandwerks dem Ferdinandeum.

 

Das Legat Bernhard Höfel (1943) mit über 100 Gemälden und kunstgewerblichen Objekten erweiterte die Kunstgeschichtlichen Sammlungen in hohem Maße.

 

Durch die kontinuierliche Ankaufstätigkeit, aber auch durch Leihgaben des Landes Tirol und anderer öffentlicher Institutionen und privater Mäzene sind die Kunstgeschichtlichen Sammlungen in einem Maße gewachsen, daß in einer repräsentativen Darlegung der Kunstentwicklung die Kenntnis der kulturellen Leistungen des Landes Tirol in Vergangenheit und Gegenwart gewährleistet wird.

 

1899 erscheint der erste bebilderte Gemäldekatalog. Ein umfangreicher Katalog der Gemäldesammlung wird 1928 von Josef Ringler verfasst. 1976 sind Bestände vor allem der Studiensammlungen der Gotik im Katalog "Spätgotik in Tirol" notiert. 1996 erscheint der Bestandskatalog Albin Egger-Lienz, im Jubiläumsband "SammelLust" 1998 sind bedeutende Objekte aller Sammlungen publiziert.

 

Nach dem Zweiten Weltkrieg begann unter Vinzenz Oberhammer eine Blütezeit der Kunstgeschichtlichen Sammlungen durch bedeutende Erwerbungen und eine überregional beachtete Ausstellungstätigkeit (1950 Gotik in Tirol, 1952 Die Innsbrucker Plattnerkunst). Erich Egg richtete die Restaurierungswerkstätte für Gemälde ein. Unter seiner Direktion erfahren die Kunstsammlungen eine bedeutsame zahlen- und qualitätsmäßige Erweiterung, vor allem in der Gotik- und Barocksammlung sowie im Bereich der Zwischenkriegskunst. Die Ausstellung "Maximilian I." (1969) in dem unter ihm ausgebauten Museum im Zeughaus findet internationale Anerkennung.

 

Seit der Olympiastiftung 1964 ist die der Entwicklung der österreichischen Kunst des 20. Jahrhunderts gewidmete Moderne Galerie am Ferdinandeum im Aufbau. 1973 wird die Sammlung erstmals präsentiert und hat heute einen gewichtigen Stellenwert innerhalb der Gesamtpräsentation.

 

Die reiche wissenschaftliche Tätigkeit in den Kunstgeschichtlichen Sammlungen findet ihren Niederschlag vor allem in den alljährlich durchgeführten Sonderausstellungen zu Themen, die vermehrt mit den Sammlungsbeständen in Beziehung stehen. Diese widmen sich neben dem breiten Spektrum der Kunstgeschichte in der Hauptsache der Pflege der klassischen Moderne und der zeitgenössischen Kunst. 2003 wurden die Schausammlungen neu präsentiert und die Moderne Galerie in den neuen Räumen des Erweiterungsbaus in einer Neuaufstellung eröffnet.

2008 wurde die Schausammlung der Modernen Galerie unter den Aspekten der Malerei von 1900 - 1960 (Art Box) und der zeitgenössischen Kunst von 1960 bis heute (2. OG) neu aufgestellt. Neue Depots und Restaurierungswerkstätten wurden 1999 bezogen.

 

Eine reiche Auswahl kunsthistorischer Sammlungsstücke wird laufend im Ferdinandeum, Museumstrasse 15, präsentiert.

 

Abb. 1: Dauerausstellung (Foto: Frischauf-Bild, Innsbruck), Abb. 2: Tiroler Madonna mit dem Kruseler, um 1380, TLM, Inv.Nr. P 284, Abb. 3: Rembrandt Harmensz. van Rijn, Alter Mann mit Pelzmütze, 1630, TLM, Inv.Nr. Gem 599, Abb. 4: Ernst Nepo, Familienbildnis, 1929, Öl auf Leinwand, 146 x 115 cm; Inv. Nr. Gem 3371 (Foto: Frischauf-Bild, Innsbruck), Abb. 5: Lois Weinberger, Zelle, 1992-1997 (dokumenta X, Kassel 1997) (Foto: Frischauf-Bild, Innsbruck)

 

Kustodin der Älteren Kunstgeschichtlichen Sammlung (12. Jh. bis 1900)

Dr. Eleonore Gürtler

Tel.: +43.512.59489-113

Fax: +43.512.59489-109

 

Kustos der Sammlung der Moderne (ab 1900)

Dr. Günter Dankl

Tel.: +43.512.59489-112

Fax: +43.512.59489-109