Der Verein

Die Geschichte des

Vereins Tiroler Landesmuseum Ferdinandeum seit 1823

 

Der Verein Tiroler Landesmuseum Ferdinandeum wurde 1823 gegründet. Zweck des Vereins war stets „die Förderung und nachhaltige Entwicklung der Kunst, Kultur, Wissenschaft und Forschung“ in Tirol in seinen historischen Grenzen. Im Jahr 2007 übergab der Verein den Betrieb des Museums an eine neu gegründete Landesmuseen-Betriebsgesellschaft m.b.H., die neben Ferdinandeum, Zeughaus und Feldstraße auch das Volkskunstmuseum, Kaiserschützenmuseum und das Tiroler Volksliedarchiv umfasst. Der Verein ist seitdem neben dem Land Tirol Gesellschafter. Der Verein ist weiterhin der Besitzer der sieben Sammlungen des Ferdinandeums und des Museumsgebäudes.

 

Am 13. Mai 1823 fand die „provisorische konstituierende Generalversammlung“ des Vereins Tirolisches Nationalmuseum statt. Einer der Initiatoren war Erzherzog Johann und das Protektorat übernahm am 16. Juli Thronfolger Erzherzog Ferdinand und stimmte der Namensgebung „Ferdinandeum“ zu. Die Gründer (Karl Graf Chotek, Andreas von Dipauli, Abt Alois Röggl, Alois von Pfaundler, Anton von Lemmen) teilten die Sammeltätigkeit in vier Sektionen, Kunst, Naturwissenschaft, Geschichte samt industriellen Produkten und Altertumskunde, ein.

 

Die geschichtliche Sektion baute von Anfang an eine Bibliothek auf, die insbesonders durch die Schenkungen der kostbaren Tirolensiensammlung des Freiherrn von Dipauli zur heute weltweit bedeutendsten Tirolensienbibliothek heranreifte.


Bei der Gründung spielte die naturwissenschaftliche Sammlung eine große Rolle. Seit 1839 beginnt die Anlage eines Musterherbars, das in den folgenden Jahrzehnten zur wichtigsten botanischen Datengrundlage des Landes wurde. Heute genießt die naturwissenschaftliche Sammlung mit etwa 1,5 Millionen Einzelstücken, insbesondere die Sammlung der Alpenschmetterlinge, weltweites Ansehen.


War man ursprünglich in Gebäuden des Stiftes Wilten und der Universität untergebracht, entstand 1842 bis 1845 das Museumsgebäude nach Plänen des Architekten Anton Mutschlechner im Stil des Spätklassizismus. Damit konnten alle Sammlungsbestände ausgestellt werden. Es beginnen erste urgeschichtliche Ausgrabungen. Franz von Wieser war von 1887 bis 1919 Vorstand. In diese Zeit fielen reiche Schenkungen und eine rege Grabungstätigkeit, Wieser gilt als Vater der Urgeschichtsforschung in Tirol.

 

Protokoll

der letzten Mitgliederversammlung vom 18. Juni 2010 ...


Die Kunstgeschichtlichen Sammlungen wuchsen 1839 durch das Geschenk von 25 gotischen Tafelbildern durch Leopold Bisdomini (Brixen). Ein großes Legat von Josef Tschager legte 1856 mit 112 Bildern den Grundstock für die Niederländersammlung des Ferdinandeums. Ludwig von Wieser übergab 1887 50 wertvolle Gemälde und der Innsbrucker Juwelier Bernhard Höfel vermachte dem Haus 1943 über 100 Gemälde und kunstgewerbliche Objekte.


Franz Waldner fasste im Jahr 1907 die Musikinstrumente der Sammlungen zu einem eigenen „Musikalien-Kabinett“ zusammen und bemühte sich intensiv und erfolgreich um weitere Legate.
Der Beginn des 20. Jahrhunderts war bis zum ersten Weltkrieg eine Blütezeit mit hohen Besucherzahlen. Demgegenüber wurde die Zwischenkriegszeit sehr schwierig, die Geldmittel versiegten, der zweite Weltkrieg brachte eine Zerstörung des Ferdinandeums. Nach dem Krieg begann der Wiederaufbau, das Museum wurde vergrößert. 1969 begann der Umbau des Zeughauses von Maximilian I. als neuer Ausstellungsraum, der 1973 für die historischen Sammlungen zur Verfügung stand.

 

Vereinbarung

 

zwischen Verein & GmbH ...


Von 2001 bis 2003 erfolgte der letzte große Umbau des Ferdinandeums.
2006 genehmigte der Verein nach einem langen Ringen den Gesellschaftsvertrag, durch den eine Museen-Betriebsgesellschaft den Betrieb des Ferdinandeums und weiterer Museen übernehmen sollte. Land Tirol und der Verein fungieren als Gesellschafter, der Verein bleibt jedoch weiterhin der Besitzer der Sammlungen und Liegenschaften.

 

Der Verein hat in diesen knapp zweihundert Jahren großartige Sammlungen zusammengetragen, hat Ausstellungen gestaltet und die wissenschaftliche Forschung rund um die Sammlungen angeregt. Dieses Erbe ist Verpflichtung für die Zukunft.

 

Statuten 

 

hier können Sie in die Statuten des Vereins einsehen ...